Seit Dezember 2020 steigen die Infektionszahlen in Mosambik stark an. Schuld daran ist das erhöhte Auftreten der neuartigen SARS-CoV-2 Virusvarianten. Aus diesem Grund wurde Mosambik vom Auswärtigen Amt als Risikogebiet mit besonders hohem Infektionsrisiko eingestuft.

Die aktuelle Situation

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in Mosambik 64.296 positive Fälle registriert, davon sind 722 Menschen verstorben (Stand: 15. März 2021, Quelle: Weltgesundheitsorganisation). Die Dunkelziffer der an Corona infizierten Personen ist jedoch um einiges höher, da sich nur ein Bruchteil der Bevölkerung bei Symptomen testen lässt. Die Mosambikaner sehen in den Tests keinen Sinn, denn diese sind kostenpflichtig und im Anschluss werden sie ohnehin nach Hause geschickt. Viele isolieren sich bei Anzeichen einer Infektion stattdessen und nutzen die ihnen bekannten Mittel und Maßnahmen gegen das Coronavirus.

Verlängerung der bestehenden Corona-Auflagen

Anfang März hat der mosambikanische Präsident die seit Januar bestehenden Auflagen verlängert. Folgende Bestimmungen gelten für weitere 30 Tage:

  • Ausgangssperre von 21 bis 4 Uhr
  • Präsenzunterricht wird wieder aufgenommen
  • Die Geschäfte dürfen unter der Woche von 9 bis 19 Uhr öffnen, sonntags bis 16 Uhr
  • Restaurants müssen ab 20 Uhr schließen
  • Jegliche Arten von Versammlungen und Feiern, ob religiös oder nicht, sind verboten
  • Fitnessstudios bleiben geschlossen

Zudem muss im öffentlichen Raum und in öffentlichen Verkehrsmitteln nach wie vor ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Auch die Abstandsregeln von mindestens 1,5 m sind einzuhalten.

Es gibt kontroverse Meinungen zu den Bestimmungen. Der Präsenzunterricht wurde mit der Begründung erlaubt, dass zwischen Schülern und Lehrern nur wenige Infektionen übertragen worden wären. Dies wird von einigen angezweifelt. Gleichzeitig ist Abendschule in Mosambik sehr gängig, die wiederum mit der Ausgangssperre nicht vereinbar ist. Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen greifen.

Das Gesundheitssystem in Mosambik

Die Gesundheitssysteme in Mosambik sind einem schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankungen nämlich nicht gewachsen. Hiervon sind vor allem alte Menschen und Patienten mit schweren Vorerkrankungen, die ohnehin unter einem geschwächten Immunsystem leiden, betroffen. Denn bestimmte Faktoren wie z.B. Diabetes mellitus oder Bluthochdruck können das Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken oder daran zu sterben, erhöhen.

Corona-Impfplan

Nur wenige afrikanische Regierungen haben bisher eine Massenimpfkampagne vorgestellt. Viele verlassen sich auf das Impfstoff-Sharing-Programm COVAX der Weltgesundheitsorganisation (COVAX (who.int)). Denn dem afrikanischen Kontinent fehlt es an finanziellen Mitteln, um sich Impfstoff-Dosen zu sichern. Zudem plant die Weltbank eine Notfinanzierung, um 30 Ländern den Zugang zu COVID-19 Impfstoffen zu ermöglichen.

Impfstart in Mosambik

China hat 200.000 Dosen Impfstoff an Mosambik gespendet, um das Land im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen. Der Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 79,3% und wurde Ende Februar 2021 vom Premierminister Carlos Agostinho do Rosário entgegengenommen. In der ersten Impfphase sollen zunächst nur Fachkräfte des Gesundheitswesens geimpft werden.

Auswirkungen auf die mentale Gesundheit

In Mosambik besteht zwischen den Menschen ein enger Zusammenhalt, da viele auf gegenseitige Unterstützung angewiesen sind. Durch die Corona-bedingte Kontaktbeschränkung können sich die Mosambikaner jedoch nicht mehr wie üblich treffen, worunter sie sehr leiden.

Zu den sozialen Einschränkungen, kommen Ängste – Ängste um ihre Existenz, aber auch vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus. Insbesondere für diejenigen, die bereits vor der Corona-Pandemie unter psychischen Erkrankungen litten, ist es jetzt noch schwerer geworden. Immer mehr Menschen leiden unter Angstzuständen und suchen Hilfe bei psychologischen Einrichtungen.

Veröffentlicht am: 17. März 2021|Zuletzt aktualisiert: 20. September 2021|Kategorien: Mosambik|Tags: , , |512 words|2.6 min gelesen|