Corona: Impfstatus in Afrika

Corona: Impfstatus in Afrika

Insbesondere dank der COVAX-Initiative der WHO (Abkürzung für „COVID-19 Vaccines Global Access“), die eine gerechte Verteilung der Impfstoffe gegen Corona zum Ziel hat, haben 47 afrikanische Länder bis Ende April 2021 Impfstoffe erhalten (WHO Africa, COVAX (who.int), mehr auch unter Coronavirus-Pandemie auf Kap Verde – Update). Doch inzwischen zeigt sich, dass die Verfügbarkeit der Impfdosen nach wie vor zu gering ist. Die Länder brauchen die Impfstoffe rasch auf, es wird dringend Nachschub benötigt. Wir werfen einen Blick auf den Impfstatus gegen Corona in Afrika.

Impffortschritte gegen Corona in Afrika

Ghana und die Elfenbeinküste gehörten zu den ersten afrikanischen Ländern, die eine Lieferung des AstraZeneca Impfstoffs durch die COVAX Initiative erhalten haben. Verschickt wurden die Impfstoffe von dem „Serum Institute of India“ in Mumbai (Quelle: unicef.de).

Südafrika hat die Corona-Pandemie auf dem afrikanischen Kontinent den veröffentlichten Zahlen zufolge am stärksten getroffen und begann kurz nach Erhalt der Impfdosen mit den Impfungen. Nach dem Impfplan dort wurden in der ersten Phase Mitarbeiter im Gesundheitswesen geimpft. In Phase 2 folgten Personen aus systemrelevanten Berufsgruppen sowie über 60-jährige Menschen und Personen, die älter als 18 Jahre alt sind und an Vorerkrankungen leiden.

Der Kontinent hofft darauf, bis Ende 2021 67% der Bevölkerung immunisiert zu haben.

Mangel an Impfdosen gegen Corona

Dieses Ziel könnte zu einer Herausforderung werden, weil es an ausreichend Impfdosen in Afrika fehlt. Von den weltweit verfügbaren COVID-19-Impfstoffen wurden bisher weniger als 2% in Afrika verimpft (WHO Africa), obwohl der Kontinent mit 17.21% den zweitgrößten Anteil an der Weltbevölkerung ausmacht (Statista). Bis Anfang April wurden weltweit fast 600 Millionen Dosen Impfstoff verabreicht, aber fast zwei Drittel davon wurden in nur sechs Ländern verimpft (Spiegel International).

Internationale und nationale Unterstützung im Kampf gegen Corona

Die von der Afrikanischen Union gegründete Organisation „African Vaccine Acquisition Task Team“ (AVATT) unterstützt ihre Mitgliedsstaaten dabei, zusätzliche Impfstoffdosen zu beschaffen. Mitte Februar 2021 hat AVATT ein Angebot über 300 Millionen Sputnik V-Impfstoffen von der Russischen Föderation erhalten. Dies beinhaltet ein Finanzierungspaket für alle Mitgliedstaaten, die sich diesen Impfstoff sichern wollen. Ab Mai 2021 soll mit der Impfung begonnen werden (Quelle: DiePresse.com).

Zudem hat auch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson mitgeteilt, dass sie bis 2022 eine Gesamtmenge von 400 Millionen Dosen ihres Impfstoffes an die Afrikanische Union abgeben. Und auch der chinesische Impfstoff wird in vielen Ländern Afrikas bereits geimpft, unter anderem in Mosambik (Quellen: aerzteblatt.de; dw.com).

Niedrige Infektionszahlen, aber…

Afrika hat es bisher weitaus besser durch die Coronavirus-Pandemie geschafft als Forscher zunächst befürchteten. In ganz Afrika wurden 4.579.500 Corona-Fälle gemeldet, 122.561 von ihnen sind gestorben (Stand: 04. Mai 2021, Quelle: BBC News).

Ein wesentlicher Faktor zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie war die schnelle und entschlossene Reaktion vieler afrikanischer Länder. Dies zeigte sich insbesondere in Hinsicht auf die Umsetzung zahlreicher Einschränkungen wie z.B.

  • Schließung der Grenzen für internationale Reisen,
  • Quarantänepflicht,
  • Ausgangssperre,
  • Verbot von Versammlungen mehrerer Personen.

Die schnelle Reaktion und Umsetzung der Maßnahmen erwiesen sich in Afrika als erfolgreiche Bekämpfungsstrategie gegen COVID-19.

Es muss jedoch auch darauf hingewiesen werden, dass auf dem afrikanischen Kontinent nach wie vor deutlich weniger getestet wird als in den westlichen Ländern. Der Grund: Die Gesundheitssysteme können sich Massentests nicht leisten. Daher dürfte die Dunkelziffer der Corona-Infizierten in Afrika deutlich höher ausfallen. Zudem gibt es Länder wie Tansania, die ihre Infektionszahlen nicht offenlegen. Auch dies verfälscht die Statistik.

Weniger Mobilität, weniger Corona-Tote

Geringer als befürchtet ist in Afrika auch die Zahl der Corona-bedingten Todesfälle. Dies kann vor allem daran liegen, dass das Durchschnittsalter in Afrika mit 18 Jahren deutlich niedriger ist als beispielsweise in Europa mit 42 Jahren (Quelle: atanango.com). Bei jüngeren Menschen kann eine Infektion mit dem Coronavirus wesentlich milder ablaufen als bei älteren Menschen. Aber auch die Lebensbedingungen in Afrika wirken sich auf das Infektionsgeschehen aus. So verbringen viele Menschen deutlich mehr Zeit im Freien, wo das Infektionsrisiko geringer ist. Auch die Mobilität der Menschen ist niedriger als in Europa, was die geografische Verbreitung verlangsamt.

Fortschritt durch die Krise

Eine positive Entwicklung hat sich im Bereich der Innovationen wie E-Learning, Homeschooling und Homeoffice ergeben. Diese waren vor der Corona-Pandemie in Afrika noch nicht weit verbreitet, haben jetzt aber in vielen Ländern Afrikas an Bedeutung gewonnen und es wird an der Umsetzung gearbeitet.

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