Mosambik – Land, Kultur und Menschen

Mosambik: Land, Kultur und Menschen

„Mosambik, das Land der guten Menschen.“ So nannten die Portugiesen Mosambik, die das Land am indischen Ozean von 1930 bis 1975 kolonialisierten.

Geschichte und Politik

Vor der Ankunft der Portugiesen, stand ein großer Teil im Norden des Landes unter der Herrschaft des Muslimischen Scheichs Moussa Ben Mbiki. Von ihm leitet sich auch der heutige Name „Mosambik“ ab. Zu dieser Zeit beeinflussten die Araber vor allem die Städte, die sich im nördlichen Mosambik befinden. Hierzu gehören Sofala, Nampula und die dazugehörige Insel von Mosambik, Ilha de Mocambique. In diesen Regionen ist ein großer Teil der Bevölkerung muslimisch. Erst im Jahre 1975 erlangte Mosambik die Unabhängigkeit.

Geografische Lage

Mosambik grenzt im Süden an Südafrika, Swaziland und Simbabwe, im Norden an Sambia, Malawi und Tansania. Die Küste Mosambiks erstreckt sich über 2.800 km entlang des indischen Ozeans.

Fast 30 Mio. Menschen bewohnen das Land im Südosten Afrikas. Knapp drei Millionen davon leben in der Hauptstadt Maputo. Das Herz Mosambiks wurde im 16. Jahrhundert zunächst nach seinem portugiesischen Entdecker, Lourenço Marques, benannt. Nach der Unabhängigkeit von Portugal im Jahr 1975, nannte man die Stadt in Maputo um. Heute ist sie auch als die Stadt der Akazien „Cidade das Acacias“ bekannt.

Sprachen in Mosambik

Wie zu Beginn erwähnt, ist Mosambik eine ehemalige Kolonie Portugals. Aus diesem Grund ist portugiesisch auch die Amtssprache. Für die Mosambikaner ist dies aber lange nicht die einzige Sprache, die gesprochen wird.

Mosambik gehört zu der Region der Bantusprachen. Diese haben sich vom mittleren bis ins südliche Afrika verbreitet. Die Bantusprachen werden von fast 200 Mio. Menschen in Afrika gesprochen. Allein in Mosambik gibt es 43 von ihnen. Am stärksten verbreitet ist Makua, die 24% der Bevölkerung sprechen.

Mosambik im Überblick 

AmtssprachePortugiesisch; 43 Bantusprachen
HauptstadtMaputo; ca. 1,1 Mio. Einwohner (Berlin: ca. 3,7 Mio.)
StaatsformPräsidialrepublik (seit 1990)
Politischer StatusUnabhängig
StaatsoberhauptFilipe Nyusi
WährungMetical
Flächeca. 800.000 km2 (Deutschland: ca. 358.000 km2)
Höchste ErhebungMonte Binga: 2.436 m
Längster FlussSambesi: 2.574 km
Einwohnerzahlca. 30 Mio. (Deutschland: ca. 83 Mio.)
Bevölkerungsdichteca. 34 Einwohner/km2 (Deutschland: ca. 232 Einwohner/km2)
Pro-Kopf-Einkommen/Jahrca. 237 € (Deutschland: 27.253 €)
Religionen50 % indigene, animistische Religionen; 30 % Christen; 20 % Muslime.

Die Rolle der mosambikanischen Frau

Frauen in Mosambik werden auch liebevoll „mamana“ genannt. Ihnen müsste eigentlich ein ganzes Kapitel gewidmet werden, wenn man über Mosambik spricht.

Ein typisches Bild in Mosambik ist eine Frau, mit Kind auf dem Rücken und ein Korb auf dem Kopf. Meist kommen sie vom Feld und gehen zum Markt. Dort verkaufen sie das Wenige, das sie auf dem Feld erwirtschaftet haben, um die Familie zu ernähren. Es sind die Frauen, die die Familien zusammenhalten, und für die Erziehung der Kinder sorgen. Daher ist es besonders traurig zu sehen, wie Frauen auch in der heutigen Zeit für ihre Rechte kämpfen müssen. Junge Mädchen werden immer noch im jungen Alter verheiratet, um die Familien zu entlassen. Die Schulbildung der Mädchen in den ärmlichen Familien spielt eine zweitrangige Rolle. Jungen werden oftmals bevorzugt behandelt.

Josina Machel – Feministin Widerstandskämpferin

Eine ganz besondere Frau war Josina Machel. Sie gilt als Symbol für die Stärke der mosambikanischen Frau. Einst eine Widerstandskämpferin und Feministin, kämpfte sie an der Seite FRELIMOs für die Befreiung Mosambiks. Später heiratete sie Samura Moises Machel, der 1975 der erste Präsident des unabhängigen Mosambiks wurde. Josina Machel starb am 7. April 1971, im Alter von 25 Jahren. Ihr Todestag wurde zum offiziellen Feiertag, dem Tag der mosambikanischen Frau ernannt.

Kulinarik und Kultur

Gastfreundschaft wird in der mosambikanischen Kultur sehr großgeschrieben. Das mag auch der Grund sein, warum die Portugiesen Mosambik „das Land der guten Menschen“ nannten. Mosambik hat aber nicht nur paradiesische Strände und Kokospalmen zu bieten, sondern auch eine abwechslungsreiche Kulinarik.

Durch die Küstennähe liegt Mosambik ideal für den strategischen Handel. So haben früher schon die Araber auf ihrem Weg nach Asien in Mosambik angehalten, um mit Gewürzen zu handeln. Ein gutes Beispiel für den asiatischen und arabischen Einfluss in der mosambikanischen Küche, sind die zahlreiche Currygerichte. Aber auch Fisch und Meeresfrüchte gehören auf den Speiseplan in Mosambik. In Maputo findet man sogar den größten Fischmarkt Ostafrikas. Feste Bestandteile sind zudem Kokosmilch und frisch gemahlene Erdnüsse.

Matapa – typisch mosambikanisch

Ein typisches Gericht ist z.B. Matapa, ein Eintopf, den man aus jungen Maniokblättern zubereitet. Hierfür mahlt man die Blätter in einem großen Holzmörser und kocht sie mit Knoblauch, Zwiebeln und Kokosmilch auf kleiner Flamme. Dazu kommt eine Erdnusssauce aus frisch gemahlen Erdnüssen. Je nach Belieben reicht man dazu gebratenen Fisch oder getrocknete Krabben. Als Beilage wird gerne Reis oder festgekochter Maisbrei „Xima“ gegessen.

Die Kultur und Geschichte Mosambiks ist so farbenfroh wie die „Capulanas“ (Sarongs), die von mosambikanischen Frauen getragen werden.

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