Im dritten Teil meiner Projektreise dreht sich alles um das Landwirtschaftsprojekt. Nach einem Gespräch mit der Stadtverwaltung ging es weiter zum landwirtschaftlichen Gewächshaus, um mich mit den Projektteilnehmern auszutauschen.

Feedback zum Landwirtschaftsprojekt

Heute stand um 9:00 Uhr das Treffen mit der Stadtverwaltung von Vilankulo an, bei dem ich mit den Projektkoordinatoren eine Bewertung des Landwirtschaftsprojekts durchgeführt habe. Ich war vor dem Treffen etwas aufgeregt, da ich nicht wusste was mich erwartet und wer alles dabei sein würde. Bei unserer Ankunft erwartete uns bereits der Abteilungsleiter für lokale Wirtschaftsentwicklung. An dem Termin nahmen zudem der stellvertretende Leiter, die landwirtschaftlichen Ausbilder (Herr Sebastiao, Herr Benicio und Herr Horacio) sowie Joaquim Mucave, der Landesvertreter der DMG, teil. Wir haben einige Ideen besprochen, wie wir das Projekt noch weiter optimieren können wie z.B. durch die Gründung einer landwirtschaftlichen Genossenschaft. Diese soll den Landwirten bei der Koordinierung der Felder helfen, um eine vielfältigere Produktion zu gewährleisten. Insgesamt wurde das Landwirtschaftsprojekt von allen Seiten sehr positiv bewertet und kann als ein großer Erfolg betrachtet werden.

Über das Landwirtschaftsprojekt

In einer gemeinsamen Initiative des Bürgermeisters und der DMG entstand das Landwirtschaftsprojekt in Vilankulo, die FHF fungierte hierbei als Projektträger. Ziel war es, den Anbau von Gemüse und Hülsenfrüchten in der Stadt Vilankulo zu verbessern. Dadurch konnte die Produktion für den Eigenbedarf gesteigert und der Überschuss an den lokalen informellen Markt verkauft werden.
Das Landwirtschaftsprojekt dauerte 12 Monate und war zum Zeitpunkt meines Besuchs bereits abgeschlossen. Bei den Teilnehmern handelte es sich um Landwirte im Alter zwischen 18 und 60 Jahren.

Besichtigung des Gewächshauses

Nach dem Treffen mit den Projektkoordinatoren, fuhren Joaquim und ich gemeinsam mit den Ausbildern etwa 35 Minuten zum Gewächshaus. Ich habe mich sehr auf das persönliche Kennenlernen gefreut, denn viele Gesichter kannte ich bisher nur von Fotos, die wir für unsere Projektberichte erhalten haben. Außerdem war ich sehr gespannt darauf zu erfahren, welche Bedeutung und Auswirkungen das Projekt für sie hatte.
Als wir angekommen sind, waren die Landwirte gerade dabei Gurken zu ernten und neue Beete für den Gemüseanbau vorzubereiten. Als Zeichen der Dankbarkeit, haben sie uns einige Gurken geschenkt. Das war für mich ein ganz besonders schöner Moment, den ich nicht so schnell vergessen werde.
Vor Ort hat es mich sehr gefreut zu sehen, dass das Gewächshaus weiterhin als Versuchsfeld für die Ausbildung junger Landwirte genutzt wird, und alle sehr gewissenhaft mit den vorhandenen Ressourcen umgehen.

Erfahrungen der Landwirte

Vor allem die älteren Landwirte erzählten mir, dass sie von ihren Eltern und Großeltern von klein auf alles über die Landwirtschaft und den Anbau gelernt haben. Auch wenn sie sich dadurch bereits ohne Berufsausbildung ein großes Wissen angeeignet haben, waren sie sehr dankbar, dass sie an dem Landwirtschaftsprojekt teilnehmen konnten. Denn so hatten sie die Möglichkeit neue Methoden zu lernen, um ihr Wissen erweitern zu können. Voller Stolz haben mir die Landwirte erzählt, dass sie erstmalig Gemüsesorten wie Brokkoli, Auberginen und ihnen bis dahin unbekannte Tomatensorten angebaut haben.
Nachdem uns die Projektteilnehmer von ihren Erfolgen, aber auch Schwierigkeiten berichtet hatten, vereinbarten wir einen Termin für den nächsten Morgen, an dem wir ihre eigenen Felder besuchen würden.

Fazit

Erstmalig haben die Landwirte ihre Ernte gemeinsam mit den Ausbildern protokolliert und den Ertrag dokumentiert. Durch die neuen Anbaumethoden konnte beispielsweise Senhora Delia deutlich höhere Ernteerträge an Tomaten erzielen. Mit dem Verkauf des Überschusses erwirtschaftete sie einen Gewinn in Höhe von 18.000 Meticais (ca. 269,84€).
Senhora Delia wurde bewusst, dass nachhaltige Anbaumethoden in der Landwirtschaft für finanzielle Sicherheit sorgen können. Sie beschloss daher, ihren Sohn auf eine Landwirtschaftsschule zu schicken.

Pilotprojekt in Vilankulo

Im Verlauf unseres Projekts gab es viele Anfragen von Landwirten aus anderen Gemeinden, die ebenfalls an unserem Ausbildungsprogramm teilnehmen wollten. Leider war dies nicht möglich, da der erste Teil der Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen wurde.
Der Wunsch nach mehr Wissen, z.B. über neue Anbautechniken, war bei den lokalen Landwirten jedoch so groß, dass sie sich zusammengeschlossen und einen Termin bei der Stadtverwaltung vereinbart haben – mit Erfolg! Durch das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und die internationale Arbeitsorganisation (ILO), konnten zwei weitere Gewächshäuser in der Region Alto Macase nach unserem Vorbild gebaut werden. In diesen werden ebenfalls Landwirte ausgebildet und gefördert.
Wir sind sehr stolz darauf, dass unser Landwirtschaftsprojekt in Vilankulo sowohl von den lokalen Landwirten als auch der Stadtverwaltung als Vorzeigeprojekt gilt. Ich konnte es daher kaum erwarten diese zu besuchen, um mir einen eigenen Eindruck davon zu machen. Zudem freute ich mich schon sehr darauf dem Bürgermeister von Vilankulo bei unserem Treffen am nächsten Tag davon berichten zu können.

Veröffentlicht am: 28. Juli 2022|Zuletzt aktualisiert: 11. August 2022|Kategorien: Reisen, Mosambik|Tags: , , |763 words|3,8 min gelesen|